Roboter bauen an der THM

„Komm, komm!“, lockt Alessandra ihren Roboter. „Wenn ich meine Hand vor den Ultraschallsensor halte, kommt der Roboter herangefahren“, erklärt sie. „Das habe ich dem Roboter einprogrammiert.“

Zwischen Herbst- und Weihnachtsferien besuchten die Realschüler der Klasse H/R 7 der Johannes-Vatter-Schule (JVS), Schule mit dem Förderschwerpunkt Hören in Friedberg, die Technische Hochschule Mittelhessen (THM). Dort bauten und programmierten die Schülerinnen und Schüler im RobertaRegioZentrum, unter professioneller Anleitung von Eva Langstrof eigene Roboter.

Julian, Thomas und Alessandra bauen ihren ersten Roboter, einen Grashüpfer.

Julian, Thomas und Alessandra bauen ihren ersten Roboter, einen Grashüpfer.

Stolz präsentieren die Schülerinnen und Schüler der Johannes-Vatter-Schule ihre ersten Roboter.

Stolz präsentieren die Schülerinnen und Schüler der Johannes-Vatter-Schule ihre ersten Roboter.

Der Pfeilschwanzkrebs.

Der Pfeilschwanzkrebs.

Julian baut einen Geräuschsensor an den Roboter.

Julian baut einen Geräuschsensor an den Roboter.

Alle Schülerinnen und Schüler haben eine Hörschädigung und so bestand zu Beginn des Projektes von JVS und THM auf beiden Seiten Neugier und Interesse aber auch Unsicherheiten in Bezug auf Kommunikation und Lernvoraussetzungen. Eine der hörgeschädigten Schülerinnen mit Cochlea-Implantat fragte sich zu Beginn: „Wird Frau Langstrof verstehen, was ich sage? Werde ich die Anweisungen hören können?“

Die Roboter konnten: hüpfen wie eine Heuschrecke laufen wie ein Krebs einer Hand folgen tanzen, wenn man klatscht 20 cm vor einer Wand automatisch stehenbleiben sich gegenseitig ausweichen einer Linie folgen ein Lied pfeifen Wir haben gelernt: im Team zusammenarbeiten uns gegenseitig helfen und Dinge erklären Frust aushalten, wenn es nicht gleich geklappt hat mit Fachwörtern reden räumlich denken beim Zusammenbauen Fehler finden und das Modell verbessern Programmieren: Wenn-dann-Abfragen, Schleifen

„Für mich war es sehr wichtig, direkt mit einer Schule zu kooperieren“, sagte Frau Langstrof. „Dadurch konnte ich unmittelbar mit den Schülerinnen und Schülern arbeiten und Interesse an Robotik und Programmierung wecken.“ Für Herrn Eufinger, Physiklehrer an der JVS, war die Kooperation eine Möglichkeit, technisches Lernen im Physikunterricht zu ermöglichen. „Wir würden es uns sehr wünschen, wenn die Kooperation fortgeführt und einen festen Platz im Schulcurriculum bekommen könnte.“

Alessandra schmückt einen Roboter als Weihnachtsmann.

Alessandra schmückt einen Roboter als Weihnachtsmann.

Alessandra und Metin verkleiden einen Roboter als Weihnachtsmann.

Alessandra und Metin verkleiden einen Roboter als Weihnachtsmann.

Luisa und Laura programmieren Roberta.

Luisa und Laura programmieren Roberta.

Die Roboter weichen sich gegenseitig aus.

Die Roboter weichen sich gegenseitig aus.

Nach sieben Projekttagen hatten alle Schülerinnen und Schüler selbstständig komplexe Roboter nach Anleitung gebaut. Gemeinsam entwickelten sie an den Laptops Programme, die die Roboter nach Aufforderungen hüpfen, springen, pfeifen und tanzen ließen. Das Modell „Roberta“, ein Roboter mit Rädern, rief anschließend auf dem Weihnachtsmarkt der Johannes-Vatter-Schule großes Interesse hervor. „Uns als Schule ist es wichtig, unseren Schülerinnen und Schüler vielfältige Perspektiven zu bieten“, erklärt Herr Drach, Schulleiter der JVS. „Dazu gehört auch, frühzeitig Interesse für technische Berufe zu wecken.“

Bericht von Thomas
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