Wechselgruppe

Herzlich Willkommen in der Stationären Wechselgruppe!

Unsere Einrichtung gibt es bereits seit 1973. Sie lädt als Ergänzung zur mobilen Frühförderung hörgeschädigte Kinder (auch mit zusätzlichen Beeinträchtigungen) mit ihren Eltern oder auch hörende Kinder mit ihren hörgeschädigten Eltern zu einem viertägigen Beratungs- und Förderaufenthalt ein.

Übersicht

Jede betroffene Familie aus Hessen, die im Rahmen der hörgeschädigtenspezifischen Frühförderung des LWV betreut wird, ist eingeladen, sich bei Interesse unter folgendem Kontakt zu melden – gerne können Sie auch vorab zu einem separaten Gesprächstermin kommen, um Einrichtung und Angebot kennen zu lernen und Ihre Bedürfnisse individuell abzuklären!

Pädagogische Leitung der Stationären Wechselgruppe

Kristin Tiede
Kristin Tiede

Homburger Straße 20
61169 Friedberg

Telefon: 06031/608-758 oder 06031/608-629
Fax: 06031/608-640
Mail: kristin.tiede@vatterschule.de oder wechselgruppe@vatterschule.de

Was bringt unserer Familie der Aufenthalt in der Wechselgruppe?

Das Angebot der Wechselgruppe stellt eine wichtige Ergänzung zur mobilen Frühförderung vor Ort dar. Es leistet durch seine individuelle Ausrichtung über ein längeres Zeitfenster einen wichtigen Förderbaustein in der Hör- und Sprachentwicklung der hörgeschädigten Kinder.

Der mehrtägige Beratungs- und Förderaufenthalt beinhaltet folgende Aspekte für das Kind und seine Eltern:

Über einen längeren Zeitraum kann das Kind in seiner Hör- und Sprachentwicklung sowie seiner allgemeinen Entwicklung beobachtet und in seinen kindlichen Kompetenzen in einem breiten Handlungsfeld gefördert werden.

Kinder dürfen bei uns alles sein:

musikalisch

künstlerisch

mutig und sportlich

Bäcker, Zauberer, Pirat, Indianer und auch mal Vorschulkind

Weltentdecker

Das Kind kann in verschiedensten Angeboten sein Hören und Sprechen mit Unterstützung der Pädagoginnen erweitern und in seinen bereits vorhandenen Kompetenzen gestärkt werden. Zudem stärkt und fördert der Kontakt zu gleichaltrigen Hörgeschädigten die Identitätsfindung.

Miteinander macht alles doppelt so viel Spaß

Die Eltern können sich fern von der Hektik des Alltags im Rahmen einer fachkundigen Unterstützung intensiver mit Fragen der Förderung und Behinderung ihres Kindes auseinandersetzen. Sie treffen hier auf andere Eltern in ähnlicher Lebenssituation und können sich mit ihnen austauschen.

ohne Alltagsstress einfach Eltern sein

Hörmessungen sind spielerisch in den Vormittag eingebettet und individuell bedacht

Die Beobachtung der kindlichen Reaktionen auf Höreindrücke und die mehrmaligen Hörmessungen in bekannter Umgebung mit vertrauten Bezugspersonen ermöglichen eine pädagogisch-audiologische Beratung in Verknüpfung mit den Beobachtungen aus dem Alltag. Die individuelle Anpassung der hörtechnischen Hilfen wird mit den jeweils zuständigen (Päd-) Akustikern, Audiologen und Fachmedizinern interdisziplinär besprochen und für das Kind optimiert.

Ab welchem Alter darf man kommen und ab wann ergibt es Sinn?

Direkt nach Diagnosestellung kann das Angebot der Wechselgruppe als Ergänzung zur mobilen Frühförderung bis zum Schuleintritt in Anspruch genommen werden. Da für Säuglinge und Kleinstkinder die Eltern die wichtigsten Bezugspersonen sind, haben Eltern bereits von Beginn an gute Möglichkeiten, die Hör- und Sprachentwicklung ihres Kindes positiv zu beeinflussen. Daher hat die gezielte Elternarbeit als Teil des pädagogischen Konzeptes in der Wechselgruppe einen hohen Stellenwert, so dass ein Aufenthalt bereits sinnvoll ist, wenn das hörgeschädigte Kind selbst noch ein Säugling ist.

ob Säugling oder Vorschulkind – die Beratung und Förderung orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen

Was kostet der Aufenthalt in der Wechselgruppe?

Der Aufenthalt wird unter der Trägerschaft des LWV für die Familien kostenfrei angeboten und beinhaltet neben der Beratung und Förderung auch Verpflegung und Unterkunft mit Übernachtungsmöglichkeit.

In welchem Zeitraum findet der Beratungs- und Förderaufenthalt statt?

Derzeit finden die Beratungs- und Förderwochen während der Schulzeit von Montag bis Donnerstag statt. Darüber hinaus hat die Wechselgruppe auch in der letzten Weihnachtsferien-, Sommerferien- und Herbstferienwoche geöffnet. Jede Woche wird mit bis zu 6 Kindern und ihren Familien gestaltet.
Die Zusammensetzung der jeweiligen Gruppen wechselt von Aufenthalt zu Aufenthalt (daher auch die Namensgebung), berücksichtigt jedoch zumeist den Entwicklungsstatus der Kinder, um adäquate Gruppenförderangebote anbieten bzw. Thematiken der Elterngespräche für alle Beteiligten relevant und interessant gestalten zu können.

SONNTAG  16.00-20.00 Uhr Anreisemöglichkeit   MONTAG  8.15-9.00 Uhr Anreise  9.00-10.00 Uhr Aufnahmegespräch,  Hörtechnik-Check  10.00-10.30 Uhr Organisationsrunde  10.30-11.00 Uhr Morgenkreis  11.00-12.15 Uhr Förderangebot  12.15-14.00 Uhr Mittagspause mit Mittagessen  ab 14.00 Uhr Gruppenangebot  DIENSTAG  bis 9.00 Uhr Frühstück  9.15 -9.45 Uhr Morgenkreis  9.45-12.15 Uhr Hörmessungen,  Beratungs- und Förderangebot  12.15-14.00 Uhr Mittagspause mit Mittagessen  14.00-15.30 Uhr Gruppenangebot  ab 15.30 Uhr Rhythmisch-musikalisches Angebot   MITTWOCH  bis 9.00 Uhr Frühstück  9.15 -9.45 Uhr Morgenkreis  9.45-11.00 Uhr Hörmessungen,  Beratungs- und Förderangebot  11.15-12.15 Uhr angeleitete Elterngesprächs-runde  12.15-14.00 Uhr Mittagspause mit Mittagessen   14.00-16.00 Uhr Gruppenangebot   16.00-17.15 Uhr Bewegungsangebot in der Turnhalle oder der Bewegungsbaustelle   DONNERSTAG  bis 9.00 Uhr Frühstück    9.15 -9.45 Uhr Morgenkreis  9.45-12.15 Uhr Beratungs- und Förderangebot     12.15-13.00 Uhr Mittagspause mit Mittagessen   13.00-15.00Uhr Abschlussgespräch, Verabschiedung mit Abschlussangebot   15.00 Uhr Abreise

Was erwartet meine Familie während eines Aufenthaltes konkret?

Im Verlauf der Beratungs- und Förderwoche werden die Kompetenzen des Kindes in Einzel- und Gruppenangeboten erweitert, wobei die Vormittage zumeist mit Einzelangeboten und die Nachmittage mit Gruppenangeboten gestaltet werden. Sind die Kinder im Alter von Vorschulkindern, rückt die soziale Interaktion mit ihrer Bandbreite an Kommunikationsanforderungen in den Vordergrund, so dass fast ausschließlich Gruppenangebote stattfinden. Die Eltern sind je nach Alter bzw. Entwicklungsstatus des Kindes begleitend oder beobachtend mit dabei – in ausgewählten Situationen (z.B. wenn es auch um den Ablöseprozess geht) können die Förderangebote von den Eltern über eine Videoanlage beobachtet werden. Die Eltern tragen während der Förderwoche die Aufsichtspflicht für ihre Kinder.
Stets mit dem Hauptfokus auf die Förderung der kindlichen Kompetenz in Hören, Sprache und Kommunikation werden im Sinne der Ganzheitlichkeit auch Kompetenzen im rhythmisch-musikalischen Bereich, im psychomotorischen Bereich, im sozial-emotionalen Bereich sowie im kreativ-handelnden Bereich erweitert.

Die Vormittage von Dienstag bis Donnerstag beginnen um 9.15 Uhr mit der gegenseitigen Begrüßung der Eltern, Kinder und Erzieherinnen im Morgenkreis, der durch seine stark rhythmisch-musikalischen Angebote Hörreize mit Bewegung verknüpft und meist die Inhaltseinführung in das Thema der Woche darstellt. Montags findet dieser Morgenkreis um 10.30 Uhr statt.

Am Montag reisen die Eltern, die noch nicht am Sonntag angekommen sind, bis 9.00 Uhr an und werden von ihrer jeweils zuständigen Erzieherin begrüßt. Es folgt ein individuelles Aufnahmegespräch mit Vereinbarung der Ziele für die Förder- und Beratungswoche. Anschließend findet eine Überprüfung der Hörgeräte (HG), Cochlea Implantate (CI) oder anderer Hörhilfentechnik statt. Um 10.00 Uhr geht es dann gemeinsam in die Vorstellungsrunde, in der auch organisatorische Anliegen bezüglich des Aufenthaltes in der Wechselgruppe geklärt werden. Von 12.15 bis 14.00 Uhr haben die Familien Mittagspause, in der ein gemeinsames Mittagessen angeboten wird. Von 14.00 bis 17.00 Uhr werden Mal-, Gestalt- oder Bastelaktionen angeboten oder ein gemeinsamer Ausflug gemacht oder es wird gemeinsam gekocht oder gebacken. Hierbei werden Aktionen ausgewählt, die in jedem Familienalltag auch Zuhause erlebt werden, um durch das fachspezifische Sprach- und Erziehungsvorbild der pädagogischen Fachkräfte Anregungen an die Eltern mitzugeben wie auch die Kinder bereits in den Situationen konkret zu fördern.

Am Dienstag gehen die Kinder nach dem Morgenkreis zwischen 10.00 und 11.00 Uhr nacheinander mit einem Elternteil und der vertrauten Bezugserzieherin zur Hörmessung. Bei jüngeren Kleinstkindern oder mehrfachbehinderten Kindern wird in Ablenkaudiometrie versucht zu ermitteln, wo die Hörschwelle bzw. die Aufblähkurve der Kinder liegt. Etwas ältere Kinder werden pädagogisch-spielerisch konditioniert, um nach und nach sicherere Angaben der Hörausgangslage zur Optimierung der Hörhilfen zu erlangen. Erlangen die Kinder dann mit fortschreitender Entwicklung auch eine Sprachkompetenz, so werden aktuelle Sprachtests (zur Zeit z.B. Göttinger, Teil 1 oder 2 mit oder ohne Bilder oder Olkisa) mit oder ohne Störlärm gemacht, um zum einen weiter auf die Hörhilfenanpassung zu schauen, um aber zum anderen auch fachpädagogische Empfehlungen bezüglich hörgeschädigtenspezifischer Voraussetzungen an die jeweilige anschließend aufnehmende Schule geben zu können. Vertiefend zur Diagnostik in Kliniken oder Hörakustikfilialen werden hier die pädagogischen Fachdimensionen hinzugezogen mit einem größeren Zeitkontingent, einer pädagogischen Zugehensweise in bekanntem räumlichen Rahmen und der Unterstützung der vertrauten Bezugserzieherin. Eltern nehmen zwar an der Hörmessungssituation teil, sie können aber entlastet zuschauen und die momentane Verantwortung an die pädagogischen Fachkräfte abgeben – in dieser entspannten Situation können die Kinder zumeist viel effektiver und motivierter mitarbeiten als in medizinischen Testsituationen.
Während der Zeit der Hörmessungen werden die Kinder, die gerade nicht audiometriert werden, von ihrer Bezugserzieherin individuell gefördert. Anschließend an die Hörmessungszeit finden weitere Förderangebote im konzeptionell bestimmten Rahmen bis 12.15 Uhr statt, wonach sich wiederum die Mittagspause mit Mittagessen anschließt.

Ab 14.00 Uhr findet zunächst ein kreativ-handelndes Förderangebot statt, dem sich ein rhythmisch-musikalisches Angebot mit spezifischem Blick auf die Förderbedarfe in der individuellen Hör-Sprachentwicklung anschließt.

Am Mittwoch finden wiederum der Morgenkreis und anschließend wie am Tag zuvor Hörmessungen statt. Von 11.15 bis 12.15 Uhr werden die Kinder ohne ihre Eltern gefördert, während die pädagogische Leitung zusammen mit einer pädagogischen Fachkraft eine Gesprächsrunde für alle Eltern anbietet. Hier erhalten die Eltern die Gelegenheit, fachliche Fragen zu stellen, aber auch ihre Sorgen und Emotionalitäten Raum einnehmen zu lassen. Durch die Stütze und Erfahrung der anderen ebenfalls betroffen Eltern sowie der Gesprächsführung und Beratungskompetenz der pädagogischen Kräfte kann hier Entlastung geschaffen und können Perspektiven gebildet werden.

Nach der Mittagspause haben die Kinder ab 14.00 Uhr die Gelegenheit zu einem Gruppenangebot im Rahmen des Wochenthemas, bevor es dann zum Bewegungsangebot in einem speziell ausgestatteten Raum (außerhalb Haus 4) geht. Den Mitarbeiterinnen der Wechselgruppe steht hierbei ein Motopäde zur Beratung zur Verfügung. Die Kinder können in freiem Rahmen ihre motorischen Fähigkeiten erproben und das kindliche Bewegungsverhalten kann gezielt beobachtet und Fördernotwendigkeiten im psychomotorischen Bereich festgehalten werden.

Der Donnerstag beginnt wiederum mit dem gemeinsamen Morgenkreis, dem sich dann je nach individuellem Bedarf eine Einzel- oder Gruppenförderung anschließt. Weiterhin gibt es die Möglichkeit, bei noch dringenden offenen Fragestellungen weitere Hörmessungen durchzuführen. Auch ein spezielles Beratungsgespräch der Eltern gemeinsam mit der mobilen Frühförderin, der Wechselgruppenmitarbeiterin und der pädagogischen Leitung kann in diesem Zeitfenster stattfinden. Darüber hinaus gestalten die pädagogischen Fachkräfte gemeinsam mit dem Kind ein kleines Erlebnisbuch über den Wochenaufenthalt in der Wechselgruppe, in dem Erlebnisse mit Fotounterstützung aufgeschrieben und die erlernten Liedblätter eingeheftet werden. Dieses Erlebnisbuch schafft nicht nur für das Kind die Möglichkeit, in seinem häuslichen Umfeld von seinen Erlebnissen zu berichten – es liefert wiederum einen natürlichen Rahmen, Erlebtes in Sprache zu fassen.

Nach der gewohnten Mittagspause findet ein Abschlussgespräch zwischen den Familien und der jeweiligen Bezugserzieherin statt. Abschließend werden alle Familien gemeinsam mit einem Lied in großer Runde verabschiedet.